Damit ein Border Collie für die Zucht als geeignet befunden wird, muss das Tier mehrere Voraussetzungen erfüllen. Zu diese Bedingungen gehört es auch, dass der Hund mindestens zweimal auf einer Ausstellung zwei verschiedenen Richtern vorgestellt und bewertet wird.
Für die Ausstellungen gilt die Zuchtschauordnung vom Club für Britische Hütehunde (CfBrH) und vom Verbandes für das Deutsche Hundewesen (VDH).
Zuchtschauen unterscheidet man:
Internationale Zuchtschauen (CACIB)
Nationale Zuchtschauen (CAC)
Spezial-Zuchtschauen
Rassespezifische Spezial-Zuchtschauen
An einer Zuchtschau dürfen Hunde teilnehmen, deren Rassestandard bei der Federation Cynologique Internationale (F. C. I.) hinterlegt ist, die in ein von der F. C. I. anerkanntem Zuchtbuch oder Register eingetragen und mindestens 6 Monate alt sind.
Termine von den diversen Zuchtschauen können auf der Homepage des CfBrH, auf der der F. C. I., des VDHs oder in der Zeitschrift „ClubReport“ nachgelesen werden.
Einen Hund für eine Ausstellung anmelden darf nur der Eigentümer des Tieres.
Der Ablauf einer Zuchtschau ist im Prinzip immer der Gleiche. Auf jeder Ausstellung ist ein Katalog erhältlich, in dem die gemeldeten Hunde sowie die einzelnen Veranstaltungen (Vorführungen, Richten des Best in Show, Kind und Hund usw.) aufgeführt sind. Ebenso eine Liste der Aussteller.
Die Zuchtschauen sollen den Border Collie in seiner ganzen Schönheit und Anmut zeigen, so ist es selbstverständlich, dass der Hund in einem gepflegten Zustand im Ring erscheint.
Hinten sauber ausgeschnittene Pfoten
Border Collie richtig gebürstet
Im Ring soll sich der Hund aufmerksam stehend präsentieren.
Gerichtet werden nacheinander erst die Rüden, danach die Hündinnen.
Ausnahme ist eine rassespezifische Hundeschau, an der immer nur eine Rasse gerichtet wird. Da werden Rüden und Hündin zeitgleich in zwei Ringen gezeigt und jeweils von einem Richter/in beurteilt.
Gerichtet wird von zugelassenen Zuchtrichtern/innen. Dieser wird im Ring von den Ringhelfern/innen in seiner Arbeit unterstützt.
Die Klasseneinteilung erfolgt:
1. Veteranenklasse: ab 8 Jahre
2. Ehrenklasse
3. Jüngsten- bzw. Puppyklasse: 6 - 9 Monate
4. Jugendklasse: 9 - 18 Monate
5. Zwischenklasse: 15 - 24 Monate
6. Championklasse: ab 15 Monate
7. Gebrauchshundeklasse: ab 15 Monate
7. Offene Klasse: ab 15 Monate
In der Ehrenklasse darf nur ein Hund starten, dem bis zum Tag des offiziellen Meldeschlusses der Titel „Internationaler Schönheitschampion der F. C. I.“ bestätigt wurde.
In der Gebrauchshundeklasse, die bei den Briten nur für die Border Collies gilt, müssen erforderliche Leistungs-/Ausbildungskennzeichen bestätigt sein, um in dieser Klasse starten zu dürfen. Dazu gehören, z. B. Hütetrialprüfung der Klasse 1, Rettungshunde- oder Fährtenhundeprüfung, bestandene Agilityprüfungen.
In der Championklasse dürfen nur Hunde gemeldet werden, deren Championtitel bestätigt wurden. Zu diesen Titel gehören:
Internationaler Schönheitschampion der F. C. I.
Deutscher Champion VDH
Deutscher Champion Club
Champion, der von der F. C. I. anerkannten Landesverbände (z. B. Luxemburger Champion)
Der Titel „Jugendchampion“ berechtigt nicht zur Meldung in der Championklasse.
Die jeweiligen Bestätigungen müssen bis zum Tag des offiziellen Meldeschlusses in Fotokopie vorliegen, sonst wird der Hund in eine andere Klasse (hier: Offene Klasse) versetzt.
Auf manchen Ausstellungen werden noch weitere Wettbewerbe abgehalten:
Zuchtgruppen: Eine Zuchtgruppe besteht aus mindestens 3 Hunden einer Rasse mit gleichem Zwingernamen. Die hier ausgestellten Hunde müssen in der Einzelbewertung am gleichen Tag mindestens die Formwertnote „gut“ bekommen haben.
Paarklassen: Die Paarklasse besteht aus einem Rüden und einer Hündin, die Eigentum des Ausstellers sein müssen. Auch diese Hunde sind am gleichen Tag in der Einzelbewertung mit einem „gut“ bewertet worden.
Nachzuchtgruppe: Diese Gruppe besteht aus einem Rüden bzw. einer Hündin sowie mindestens 5 Nachkommen beiderlei Geschlechts aus mindestens 2 verschiedenen Würfen. Alle Hunde müssen zuvor auf einer Zuchtschau die Formwertenote „gut“ erhalten haben. Am gleichen Tag müssen mindestens 2 der vorgestellten Hund in der Einzelbewertung ein „gut“ erreicht haben.
Vorführwettbewerb für Jugendliche: Kind und Hund (bis Vollendung des 8. Lebensjahr) sowie Juniorhandling ab 9 Jahre. Alter des Kindes ist maßgebend.
Folgende Formwertnoten können vergeben werden:
Vorzüglich: V
Sehr Gut: SG
Gut: G
Genügend: Ggd
Disqualifiziert: Disq
ohne Bewertung: Dem Hund konnte keine der vorgenannten Formwertnote zuerkannt werden.
zurückgezogen: Der Hund wurde vor dem Beginn des Richtens aus dem Ring genommen.
nicht erschienen: Der Hund wurde nicht rechtzeitig im Ring vorgeführt.
In der Jüngsten- bzw. Puppyklasse werden diese Formwertnoten vergeben:
Vielversprechend: vv
Versprechend: vsp
Wenig versprechend: wv
Platziert werden die ersten vier Hunde. Die Bewertungen werden auf den dafür vorgesehenen Tafeln oder Listen bekannt gegeben. Diese Tafeln bzw. Listen stehen an den Schauringen.
Dieser Wettbewerb findet nicht immer statt. Bitte auf die Anweisungen der Ringhelfer achten bzw. im Ausstellungskatalog nachlesen.
Der beste Junghund wird für jede Rasse einzeln ermittelt. Der Rüde und die Hündin, die in der Jugendklasse das V1 zugesprochen bekommen haben, werden gegeneinander gerichtet. Der Gewinner bekommt den Titel „Bester Junghund“ und darf zum BOB antreten.
Nach dem Richten aller Klassen werden die Hunde, getrennt nach Rassen, die mit einem V1 in den einzelnen Klassen (außer Jüngstenklasse) bewertet worden, sowie die erstplatzierten Tiere in der Ehren- und der Veteranenklasse in den Ring gerufen. Der Richter/in entscheidet zwischen den Hunden, wer der beste Hund der Rasse an dem jeweiligen Tag ist. Dieser Hund erhält das BOB für seine Rasse und muss zum Richten des „Best in Show“.
Rüde und Hündin, die in der Veteranenklasse den 1. Platz belegt haben, treten in diesem Wettbewerb gegeneinander an. Der Richter wählt aus den teilnehmenden Hunden den „Besten Veteranen“ aus. Es werden die Rassen einzeln gerichtet.
In der Veteranenklasse wird nur platziert, ohne das eine Formwertnote vergeben wird.
Alle Rassebesten, die das BOB in ihrer Rasse erhalten haben, nehmen teil. Ein Zuchtrichter/in, der alle 8 britische Hütehundrassen richten darf, entscheidet darüber, welcher Hund der „Beste der Show“ ist. Dieser Hund erhält das BIS für diesen Tag.
Nach dem gleichen Prinzip wird auch der „Beste Veteran“ des Tages gekürt.
Auf den Internationalen Zuchtausstellungen (CACIB) werden, bevor das BOB gerichtet wird, erst noch die beste Hündin sowie der beste Rüde gewählt und erhalten das CACIB.
Mit der Formwertnote und Platzierung „Vorzüglich, 1. Platz“ erhalten die Hunde Anwartschaften für den Championtitel. In seltenen Fällen werden Hunde zwar mit V1 bewertet, bekommen aber keine Anwartschaft. Für die einzelnen Championtitel benötigen die Tiere eine unterschiedliche Anzahl und Art der Anwartschaft (CAC oder CACIB).
Die komplette Zuchtschauordnung kann auf der Homepage des Clubs für Britische Hütehunde, www.cfbrh.de, unter der Rubrik „Zucht“ nachgelesen werden.
Auch für eine Ausstellung muss geübt werden. Viele Landesgruppen vom CfBrH bieten Seminare in Showstyling und Showtraining an. Ebenso sollte der Züchter mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Die Ausstellungen finden teilweise in Hallen oder auf einem Außengelände statt. Dementsprechend sollte man gut gerüstet sein. Immerhin geht es über einen ziemlich langen Zeitraum, den man für den Hund und sich selbst angenehm gestalten sollte.
Eine Zuchtschau bietet Gelegenheit, die Rasse näher kennen zu lernen, mit Züchtern und Besitzern ins Gespräch zu kommen. Der Besuch einer Ausstellung lohnt sich auf jeden Fall, auch wenn man selber nicht ausstellen möchte.
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